Mitteilungen der Frauenvertretungen

Equal Care Day „Sorgelast" fair teilen

Für mehr Wertschätzung von unbezahlter Sorgearbeit hat sich Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb frauen, mit Blick auf den Equal Care Day am 1. März 2021 ausgesprochen. Von Politik und Arbeitgeberseite erwartet sie konkrete Unterstützungsangebote, die es Familien erleichtert, private Sorgelasten fair aufzuteilen.

„Frauen verbringen täglich anderthalb Stunden mehr Zeit damit, den Haushalt in Ordnung zu halten und sich um Kinder und Angehörige zu kümmern als Männer. In Paarhaushalten ist das Ungleichgewicht sogar noch größer. Private Care-Arbeit bleibt damit vor allem Frauensache und soll möglichst nebenbei erledigt werden. So können wir nicht weitermachen. Familiäre Sorgearbeit, sprich unbezahlte Care-Arbeit, muss als eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgabe wahrgenommen und auch von der Politik so behandelt werden", mahnte dbb frauen-Chefin Milanie Kreutz am 26. Februar 2021.

 

Die ungleich verteilte Sorgelast in Familien wirke sich vor allem auf Frauen negativ aus, warnte Kreutz: „Je mehr Sorgearbeit Frauen unbezahlt übernehmen, desto weniger Zeit bleibt ihnen, ein auskömmliches eigenes Einkommen zu erwirtschaften und sich fürs Alter abzusichern. Nur, wenn auch die privaten Sorgetätigkeiten in den Familien unter dem Motto ‚geteilte Last ist halbe Last‘ stehen, kann dieser Kreislauf durchbrochen werden", erklärte die dbb frauen Chefin.

 

Auch Politik und Arbeitgebende sieht Kreutz in der Pflicht: „Schon mit kleinen unterstützenden Angeboten – wie etwa Vätern die unbürokratische Freistellung nach der Geburt ihres Kindes zu ermöglichen oder eine familienfreundliche Sitzungskultur zu etablieren – können sie einen wichtigen Beitrag leisten, um Sorgearbeit fair zu verteilen. Gerade die öffentlichen Arbeitgebenden müssen hier eine Vorreiterrolle einnehmen", forderte Kreutz.

 

Hintergrund:

 

Der Equal Care Day wurde 2016 als zivilgesellschaftliche Initiative ins Leben gerufen, um auf die mangelnde Wertschätzung und ungleiche Verteilung von Care-Arbeit zwischen den Geschlechtern aufmerksam zu machen. Derzeit beträgt der Gender Care Gap 52 Prozent, in Paarhaushalten mit Kindern sogar 83 Prozent. Ziel der Equal Care Initiative ist es, Sorgearbeit als zentrale gesellschaftspolitische Leistung sichtbar zu machen und sie aus der Nische des unsichtbaren Engagements herauszuholen. Die dbb frauen unterstützen die Initiative und gehören zu den Erstzeichnerinnen des Equal Care Manifests.

Corona-Hilfen für Familien

Was Mütter im Lockdown wirklich brauchen:                              Unterstützung von den Vorgesetzten

Die dbb frauen haben die Aufstockung der Kinderkranktage zur Entlastung von Familien im Lockdown begrüßt. „Darüber hinaus brauchen Familien – vor allem Alleinerziehende und Mütter – den uneingeschränkten Rückhalt ihrer Vorgesetzten“, machte dbb frauen Chefin Milanie Kreutz am 26. Januar 2021 deutlich.

Die Aufstockung der Kinderkranktage auf 20 Tage pro Elternteil und 40 für Alleinerziehende sei eine wichtige Sofortmaßnahme und lindere den akuten Betreuungsbedarf, betonte Kreutz. „Dieses Notfallinstrument muss jetzt schnell und unbürokratisch allen Eltern mit Bedarf zur Verfügung gestellt werden – bis Schulen und Kitas den Regelbetrieb wieder gewährleisten können. Für den Beamtenbereich gilt es nun, eine systemkonforme Umsetzung dieses Ausnahmeinstruments in allen Regelungskreisen zu erreichen“, erklärte die dbb frauen Chefin.

 

Dass auch Eltern im Homeoffice einen Anspruch auf die zusätzlichen Kinderkranktage hätten, wertete Kreutz zudem als wichtiges Signal: „Homeoffice ist kein Ersatz für Kita und Schule. Aus Studien geht zudem hervor, dass die Hauptlast der Betreuungsaufgaben in der Pandemie weiterhin bei den Frauen liegt. Insbesondere alleinerziehende und erwerbstätige Mütter sind in der jetzigen Lage doppelt belastet.“

 

 

Aber auch die öffentlichen Arbeitgebenden und Dienstherren zieht dbb frauen Chefin Kreutz zur Verantwortung und fordert: „Werden Sie selbst aktiv und bieten Sie Familien die Hilfe an, die sie jetzt brauchen – auch, wenn diese über die gesetzlichen Angebote hinausgehen. Achten Sie immer auf ein gutes Verhältnis bei der Verteilung von Arbeitslasten. Und sorgen Sie dafür, dass Mütter und vor allem jene, die bei der Erziehung auf sich allein gestellt sind, keine zusätzlichen Nachteile durch die alltäglichen Herausforderungen erfahren.“

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