Mitteilungen der Frauenvertretungen

Einkommensrunde 2020-> Frauen im öffentlichen Dienst: "Wir sind am Ball"

 

Am 22. und 23. Oktober gehen die Tarifverhandlungen für Bund und Kommunen in Potsdam in die nächste Runde.

 

„Die Ergebnisse der letzten Verhandlungsrunde können uns, die Frauen im öffentlichen Dienst, nicht zufrieden stellen. Wir erwarten jetzt ein faires Angebot“, machte dbb-frauen Chefin Milanie Kreutz am 21. Oktober 2020 kurz vor dem Start der dritten Verhandlungsrunde in einer Videobotschaft an die Arbeitgeber deutlich.

 

Als symbolische Geste der Aufforderung wirft Kreutz (im Video) den Verhandlungsführern, dem Verband der Kommunalen Arbeitgeber (VKA), am Ende des Videos den Ball zu: „Liebe Arbeitgeber, ihr habt unsere Forderungen gehört. Jetzt liegt der Ball in eurem Spielfeld.“

 

https://www.dbb.de/td-ekr-2020/artikel/frauen-im-oeffentlichen-dienst-wir-sind-am-ball.html

dbb frauen zur Studie „Auswirkungen von Antifeminismus auf Frauenverbände“: Gleichstellungsgegnern die Stirn bieten

Die Frauenbeauftragte der Landesgruppe Heike Schubert ergänzt die Aussagen wie folgt:

Arbeit für Frauen ist minderwertige Arbeit - so die Meinung von einigen, die den Anforderungen der Gegenwart nicht gewachsen sind.

 

 

 

14.10.2020

Nr. 27/2020

 

Studie zu „Auswirkungen von Antifeminismus auf Frauenverbände“

Gleichstellungsgegnern die Stirn bieten

dbb frauen-Chefin Milanie Kreutz hat von der Politik ein entschiedenes Gegenhalten gefordert, wo antifeministische und politisch rechtsgerichtete Kräfte Gleichstellungsförderung in Frage stellen. Damit unterstütz sie die Initiative des Deutschen Frauenrates, der in einer aktuellen Studie das Ausmaß antifeministischer Angriffe auf Frauenverbände offenlegt.

„Es vergeht kein Tag, an dem Feministinnen und Frauenrechtlerinnen nicht beschimpft, bedroht oder tätlich angegriffen werden. Vor allem in den Sozialen Medien nehmen die Anfeindungen stetig zu. Die aktuelle Studie, die die Amadeu Antonio Stiftung im Auftrag des Deutschen Frauenrates erstellt hat, legt das Ausmaß jetzt offen. Wir sehen darin einen wichtigen Beitrag, um den Umgang mit Kritikern gleichstellungspolitischer Arbeit und antidemokratischen Bewegungen wirksam zu begegnen. Sie kommt zum richtigen Zeitpunkt“, machte Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb frauen, am 14. Oktober 2020 deutlich.

Die Bundespolitik könne sich in dieser Sache nicht länger wegducken, so Kreutz. Sie fordert zum offenen Dialog mit den Frauenorganisationen auf: „Den Gegnerinnen und Gegnern einer gleichberechtigten Gesellschaft müssen wir mutig die Stirn bieten. Am besten funktioniert das mit vereinten Kräften."

Die Studie „Auswirkungen von Antifeminismus auf Frauenverbände“ des Deutschen Frauenrates zeigt auf, in Welchem Maße sich antifeministische Rhetorik und frauenfeindliche Ideologien verstärkt auf die weibliche Zivilgesellschaft auswirken. Dabei erfasst die Expertise die Erfahrungen der Mitgliedsverbände des Deutschen Frauenrates mit antifeministischen Anfeindungen und wertet diese systematisch aus. Neben einer Einführung in den Antifeminismus liefert die Studie zudem einen Überblick über bewährte Gegenstrategien, wie sich Frauenorganisationen gegen antifeministische Angriffe besser zur Wehr setzen können.

www.frauenrat.de/wp-content/uploads/2020/10/Expertise_Demokratie_Empowerment_digital.pdf

 

 

 

 

 

04.10.2020

Nr. 25/2020

 

Frauen in Zeiten von Covid-19

Frauenrechte auch in Krisenzeiten großschreiben

Angesichts steigender Infektionszahlen mit dem Covid-19-Virus warnen die dbb frauen vor den gleichstellungspolitischen Folgen eines erneuten Lockdowns. Von der Bundesregierung erwarten sie vorausschauendes Handeln, das die Situation der Frauen in Krisenzeiten gleichberechtigt berücksichtigt.

„Als dbb frauen freuen wir uns, dass Bundeskanzlerin Merkel den Ernst der Lage für Frauen weltweit erkannt hat: ‚Einerseits ist ohne Frauen kein Staat zu machen, andererseits sind sie an wesentlichen Entscheidungen nicht gleichberechtigt beteiligt.‘ Dieser Erkenntnis muss die Kanzlerin nun Taten folgen lassen. Frauenrechte müssen in Krisenzeiten auch in Deutschland großgeschrieben werden“, machte Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb frauen, am 4. Oktober 2020 deutlich. Dabei bezog sie sich auf die jüngste UN-Vollversammlung, auf der das Thema Gleichstellung von zahlreichen Redner*innen adressiert worden war. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in ihrer Videobotschaft vor einer Verschärfung von geschlechterbedingten Ungleichheiten aufgrund der Corona-Pandemie gewarnt.

Die dbb frauen fordern nun schnelles Handeln von der Bundeskanzlerin, um die Rechte der Frauen auch in künftigen Krisensituationen zu stärken. „Die Reform des Führungspositionengesetzes muss zügig auf den Weg gebracht werden. Ebenso muss Frauen sowohl im öffentlichen Dienst als auch in der Politik und im gesellschaftlichen Leben ein stärkeres Mitspracherecht ermöglicht werden. Auch in Krisenstäben dürfen wir nicht wieder das Bild der männlichen Erklärer vorfinden. Hier erwarten wir ein gleichberechtigtes Miteinander der Geschlechter, um das bestmögliche Krisenmanagement zu erzielen“, stellte Kreutz heraus.

Zudem hatte sich Bundekanzlerin Merkel auf internationaler Bühne für ‚Parität in allen Bereichen – ob in Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik‘ ausgesprochen. Einen geeigneten und einfach umsetzbaren Ansatz hierfür sieht dbb frauen-Chefin Kreutz darin, als Vorbild voranzugehen. „Frau Merkel muss jetzt auch in ihren eigenen Reihen durchgreifen und in ihrer eigenen Partei für mehr Gleichberechtigung sorgen. Die lang und breit diskutierte Einführung der Frauenquote in der CDU darf nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden“, so Kreutz.

 

 

25.09.2020

Nr. 05/2020

Wird unsere Arbeit unter Wert verkauft?

In der laufenden Einkommensrunde für Bund und Kommunen geht es vor allem um die Wertschätzung von systemrelevanten Berufen. Da überdurchschnittlich viele Frauen in solchen Berufen arbeiten, muss es am Tariftisch auch um Frauen gehen. Das haben wir auf dem Berliner Gendarmenmarkt am 18. September 2020, einen Tag vor der zweiten Verhandlungsrunde in Potsdam, deutlich gemacht. Gemeinsam mit unseren Kolleginnen aus Bundes- und Kommunalverwaltung haben wir ein sichtbares Ausrufezeichen hinter unsere Forderungen gesetzt (S.2).

Die vielen Beschäftigten in weiblich dominierten Berufen wie etwa im Krankenhaus, in Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen, in den Gesundheitsämtern und Jobcentern bringen dieser Tage große Opfer, um die fragile öffentliche Ordnung in der Corona-Krise zu wahren. Für viele geht ein nicht unerhebliches Gesundheitsrisiko mit ihrem Beruf einher. Ausgerechnet sie
verdienen jedoch am wenigsten.

Pflegerinnen und Erzieherinnen finden es sicherlich schön, dass die CoronaKrise vielen Menschen vor Augen führt, wie wichtig ihre Arbeit ist. Wir alle kennen die Bilder von Menschen, die auf Balkonen stehen und gemeinsam im Konzert laut für sie klatschen. Vom Applaus allein kommen Frauen und ihre Familien aber nicht über die Runden. Denn Klatschen zahlt keine Miete. Es liegt nun an der Politik und an den Arbeitgebern, gesellschaftlich wichtige Arbeit finanziell aufzuwerten. Wir werden den Druck auf die Arbeitgeber deshalb bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 22. und 23. Oktober 2020 deutlich erhöhen.

Gleichzeitig wirkt die Corona-Krise wie ein Brennglas: Die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen wird noch deutlicher. Meist waren es die Frauen, die neben dem Job im Homeoffice die Kinderbetreuung stemmen mussten. Der Lockdown hat uns vor Augen geführt, wie zerbrechlich all unsere Errungenschaften in der Gleichstellung sind. Umso wichtiger ist es jetzt, alle Kräfte zu bündeln und für gleiche Teilhabe von Frauen und Männern einzutreten. Gerade zum richtigen Zeitpunkt haben wir zusammen mit anderen Frauen- und Männerorganisationen, Gewerkschaften, Stiftungen, Sozialverbänden und kirchlichen Akteurinnen und Akteuren das Bündnis „Sorgearbeit fair teilen“ gegründet. Gemeinsam wollen wir ein Zeichen setzen – für mehr Partnerschaftlichkeit in der privaten Care-Arbeit (S. 4). Denn nur wenn die Lasten in den Familien – ob Haushalt, Pflege, Kinderbetreuung oder Erwerbsarbeit – gleichmäßig verteilt sind, werden gleiche Verwirklichungschancen für alle Geschlechter hergestellt.

Link zur aktuellen Ausgabe von frauen im dbb:
www.dbb.de/fileadmin/pdfs/frauen/2020/frauenimdbb_2005.pdf

4,8 Prozent sind gerecht: Wir Frauen im öffentlichen Dienst sind systemrelevant!

Einkommensrunde für Beschäftigte von Bund und Kommunen

4,8 Prozent sind gerecht: Wir Frauen im öffentlichen Dienst sind systemrelevant!

Mit einer Banner-Aktion demonstrieren die dbb frauen am 18. September 2020 auf dem Berliner Gendarmenmarkt für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Lautstark machen sie auf die Forderungen der Gewerkschaften zur Einkommensrunde der Beschäftigten in Bund und Kommunen aufmerksam.

„Morgens im Krankenhaus Menschen das Leben retten und am Nachmittag die eigenen Kinder unterrichten: Wer diese Strapazen auf sich nimmt, hat mehr verdient als warme Worte und einen Applaus vom Balkon. 4,8 Prozent sind gerecht. Wir Frauen im öffentlichen Dienst sind systemrelevant“, lautet die Botschaft der dbb frauen-Chefin Milanie Hengst an die öffentlichen Arbeitgebenden von Bund und Kommunen.

 

Die Pandemie machte laut Hengst vor allem eines deutlich: „Es sind die vielen Frauen, die im Gesundheitsdienst, in Kitas, in der Kommunal- und Bundesverwaltung den Laden Staat am Laufen halten. Sie alle haben in den Monaten des Lockdowns hart am Limit gearbeitet“, so die dbb frauen Chefin. Bund und Kommunen hätten jetzt die Chance zu beweisen, dass die Corona-Hilfen nicht nur dazu da seien, Finanzlöcher zu stopfen. „Die staatliche Unterstützung muss bei denjenigen ankommen, denen Bund und Kommunen alles zu verdanken haben – bei ihren vor allem weiblichen Beschäftigten. 4,8 Prozent mindestens aber 150 Euro mehr im Monat, das muss den öffentlichen Arbeitgebern der unermüdliche Einsatz ihrer Belegschaft Wert sein“, forderte Hengst. Ein positiver Ausgang der Einkommensrunde würde vor allem weiblichen Beschäftigten zugutekommen: Derzeit sind in Kommunen über mehr als 60 Prozent und beim Bund rund 54 Prozent der Beschäftigten Frauen.

 

Unterstützung erhalten die Demonstrantinnen aus Bund und Kommunen vom dbb Bundesvorsitzenden Ulrich Silberbach: „Eine deutliche Lohnsteigerung ist gerade in diesen unsicheren Zeiten ein wichtiges Signal. Es zeigt: Wir stehen hinter unseren Beschäftigten und wir gehen gemeinsam durch diese Krise. Am 19. September erwarten wir deshalb ein faires Angebot von den Arbeitgebern, eines, das nicht nur die tägliche Arbeit, sondern auch die Zusatzbelastungen der vergangenen Monate – im Dienst und zu Hause – angemessen honoriert“, so Silberbach.

 

Hintergrund

Die Gewerkschaften fordern unter anderem eine Einkommenserhöhung um 4,8 %, mind. 150 € (Laufzeit 12 Monate), Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikumsentgelte um 100 €, Arbeitszeitangleichung Ost an West, Verbesserungen für den Pflegebereich sowie die Reduzierung der 41-Std.-Woche für Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte. Vom TVöD sind etwa 2,5 Millionen Beschäftigte direkt oder indirekt betroffen: Rund 2,3 Millionen Arbeitnehmende des Bundes und der Kommunen sowie weiterer Bereiche, für die der TVöD direkte Auswirkungen hat, sowie rund 225.000 Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte, auf die der Tarifabschluss übertragen werden soll. Die Auftaktrunde am 1. September 2020 blieb zunächst ergebnislos. Weitere Verhandlungsrunden sind für 19./20.9. und 22./23.10.2020 in Potsdam verabredet.

Generationswechsel in turbulenten Zeiten!

 

21.07.2020

Nr. 04/2020

 

Generationswechsel in turbulenten Zeiten

Die letzten Monate waren für uns alle ein Ausnahmezustand. Der Corona-Virus hat uns beruflich und privat an unsere Grenzen gebracht. Der dbb bundesfrauenkongress, der turnusgemäß am 24. und 25. April 2020 – also während der turbulentesten Zeit der Pandemie – stattfinden sollte, musste abgesagt werden. Es war ein Kraftakt, eine Lösung zu finden, damit die dbb bundesfrauenvertretung in diesen kritischen Zeiten handlungsfähig bleibt. Wir haben uns schließlich gemeinsam entschieden: Jetzt ist genau der richtige Moment für einen Generationswechsel!

Es ist mir eine große Ehre, das Amt der Vorsitzenden von Helene Wildfeuer zu übernehmen und die Geschicke der dbb bundesfrauenvertretung zu führen, bis wir den Kongress, hoffentlich im kommenden Jahr, nachholen können. 

Ich persönlich war während des Lockdowns selbst im Konflikt zwischen Homeoffice, Home-Schooling und der Sorge um meine Eltern, die ich nicht besuchen durfte. Der Corona-Virus mit all seinen Folgen hat wie ein Katalysator auf unsere Gesellschaft gewirkt. Die Bewältigung der Pandemie hat all die Probleme, die wir auch schon davor bei der Gleichstellung gesehen haben, dramatisch ans Licht befördert und an vielen Stellen weiter verschärft.

Aus der Wissenschaft erheben sich Stimmen, die sagen, dass die Pandemie uns in Sachen Gleichberechtigung stark zurückwerfen wird. Die Erwerbstätigkeit von Frauen ist zurückgegangen. Viele sind mit der Situation unzufrieden und geraten in finanzielle Abhängigkeit. Das alles kann aufgehalten werden, wenn die Politik jetzt handelt! Strukturelle Hemmnisse, die die Erwerbstätigkeit von Frauen behindern oder beeinflussen, müssen abgebaut werden.

Die Krise ist aber noch nicht vorbei und der Weg der Frauen raus aus dem Corona-Alltag hinein in einen geordneten Arbeitsalltag noch lange nicht geschafft. In vielen Behörden wird derzeit überlegt, was aus der „Corona-Zeit“ beibehalten werden kann – Stichwort „Wandel der Arbeitswelt“. Den deutlich beschleunigten Digitalisierungsprozess werden wir als dbb bundesfrauenvertretung im Sinne der weiblichen Beschäftigten aktiv begleiten.

Neben den neuaufgeworfenen Fragen rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie dürfen wir Frauen aber eines nicht aus den Augen verlieren: das Thema Parität in Politik und Entscheidungsgremien. Ob in Krisenstäben, Talkshows, Personalräten –  mir fehlen die Frauen! Bei anstehenden Wahlen, egal ob im Verband, in der Politik oder im Personalrat: Wir müssen Frauen jetzt unterstützten zu kandidieren und dann müssen wir sie auch wählen!

Milanie Hengst
Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung

13. September 2019 Jahreshauptversammlung der vbba - Frauenvertretung in Worms.

vbba - Frauen auf den Spuren von Luther: "wir reformieren weiter"

Geschäftsstelle

 vbba Landesgeschäftsstelle

Axel Lehmann

Fischteich 13

35043 Marburg 

Tel 06421 972223

Mobil 0176 64209013 

hessen@vbba.de


vbba Gewerkschaft Arbeit und Soziales Deutschland
dbb Beamtenbund und Tarifunion
dbb Beamtenbund und Tarifunion Landesbund Hessen
dbb Akademie

dbb Verlag
dbb Vorsorgewerk
dbb Vorteilswert